DIE BEBAUUNGSGEGNER UND IHR ANLIEGEN

Die Bebauungsgegner und ihr Anliegen


Liebe Freundin, lieber Freund der Kirchhöfe an der Bergmannstraße,

sicher, es gibt weit schlimmere Verbrechen auf dieser an Gräueltaten nicht eben armen Welt als die Bebauung von Teilen eines in Kreuzberg gelegenen Friedhofs. Wo auch immer man derzeit hinschaut, sieht es wenig erfreulich aus. Doch für uns, die wir hier leben und hauptsächlich deshalb aktiv geworden sind, ist der Umgang mit den Friedhöfen an der Bergmannstraße ebenso ein Zeichen der allgemeinen Verrohung.

Bevor wir uns der Sache mit den Friedhöfen annahmen, hätten wir im Traum nicht daran gedacht, dass uns etwas angehängt werden würde. Heute sind wir schlauer. Doch der Reihe nach: Wie Sie wissen, haben wir als Bebauungsgegner mit dem Anliegen, Wohnungsbau auf den Friedhöfen an der Bergmannstraße zu verhindern, nicht nur Zuspruch, sondern auch Kritik erfahren. Bereits jetzt scheint unser Tun in Kreuzberg Spuren hinterlassen zu haben, denn dass „Kreuzberg, oft als links und atheistisch verschrien, inzwischen nicht nur konservativ kann“ [1], sondern nun auch „rechtspopulistisch“ [2] und „völkisch“ [3] ticken soll, lässt aufhorchen!

Vermutlich wollen auch Sie keinen Wohnungsbau auf den Friedhöfen. Womöglich gehören auch Sie, wie so viele, zu den Unterzeichnern der Petition gegen die Bebauung dieser Flächendenkmäler.

Folgendes ist passiert: Von einem Pfarrer der Evangelischen Kirche sowie von einem altgedienten Kreuzberger Berufsjungsozialisten und dann auch noch von der ANTIFA wurden jene, die für die Erhaltung der Bergmannfriedhöfe sind, unflätig beschimpft.

Bevor wir näher darauf eingehen, freuen wir uns aber erst einmal darüber, dass auf den zur Bebauung vorgesehenen Flächen bisher noch keine Fakten geschaffen werden konnten. Für den Evangelischen Friedhofsverband mit Sitz am Südstern mag das Engagement aus dem Kiez ein Ärgernis sein. Hat nicht gerade auch die Haltung der Unteren Denkmalschutzbehörde und des Landesdenkmalamtes dazu geführt, dass der Geschäftsführer des Friedhofsverbandes, Altpfarrer Quandt, noch nicht Vollzug vermelden konnte. Die meisten meinen: Dabei soll und wird es bleiben. Hoffentlich sehen das auch die in den Führungsgremien auf Seiten der Evangelischen Kirche irgendwann ein.

In den kommenden Monaten dürfte sich auf dem Gelände aber erst einmal nichts tun, da heute (01. März 18) die Wachstums- und Brutperiode begonnen hat, in der keine größeren Eingriffe, wie Baumfällungen, erlaubt sind. Und dann ist es ja auch so, dass auf dem avisierten Areal noch immer Tote das Gelände okkupieren.

Interessanterweise ist es so, dass unter den Bebauungsgegnern nicht wenige der Evangelischen Kirche angehören. Manche sollen hin und wieder auch in Gottesdiensten der nahe gelegenen Gemeinde Heilig Kreuz – Passion gesichtet worden sein. Aber auch dort erfahren sie nicht, wie die Herren des Friedhofsverbandes zu der geäußerten Kritik stehen. Inzwischen ist klar: Dem Gemeindekirchenrat fehlt einfach jedes Verständnis für das Anliegen. Er will sich nicht damit auseinandersetzen und lässt die Belange der Bebauungsgegner unbeachtet. Womöglich hat es damit zu tun, dass die Leitung der Gemeinde mit der Geschäftsstelle am Südstern verbandelt ist.

Die Gesetzeslage gestattet weiter keine Bebauung. Die Kirche nimmt aber wohl an, mit Hilfe des Bildes des auf unsere Hilfe angewiesenen dankbaren Flüchtlings punkten zu können, um ihr eigentliches Ziel, die lukrative Vermarktung dieser Flächen, vielleicht doch zu erreichen.

Natürlich ist die Haltung der Fachleute der Denkmalbehörden wichtig. Sie allein hätte in diesem Fall aber nicht gereicht, um das Millionenprojekt auf den Bergmannfriedhöfen auszubremsen. Dazu bedurfte es der vielen Unterstützer des Appells „Keine Bebauung – Für die Erhaltung der Bergmannfriedhöfe in Kreuzberg!“.

Wenn jemand fragt, wer die Leute sind, so antworten diese seelenruhig: „… einfach Nachbarn und Nutzer dieser Friedhöfe, auf jeden Fall die Mehrheit!“ Was will man eigentlich mehr? Zwar kann sich auch eine Mehrheit irren, doch diesmal liegt sie richtig.

Damit sollte eigentlich klar sein: Alles andere sind einfach nur Märchen – wenn Sie so wollen: Fake-News – mit denen versucht wird, die Bebauungsgegner zu diskreditieren.


[1]  Stephan Wiehler, 19.12.2016, URL: https://www.tagesspiegel.de/berlin/bergmannfriedhoefe-in-berlin-kreuzberg-buerger-protestieren-gegen-wohnungsbau-auf-graeberfeldern/14851886.html
[2]  SPD Kreuzberg 61, 14.01.2017, URL: http://bergmannfriedhoefe.de/wp-content/uploads/2017/10/Flyer-der-SPD-Kreuzberg-14-01-2017.pdf
[3] Vorwurf eines Baubefürworters auf der „Anwohner-Informationsveranstaltung“ am 24.01.2016 in der Passionskirche.


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Bergmannfriedhoefe.de – 01. März 2018, aktualisiert: 1.7.18

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