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zum Thema Keine Bebauung – Für die Erhaltung der Bergmannfriedhöfe


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Bergmannfriedhoefe.de – 21. Juni 2017


Bergmannfriedhoefe.de besteht seit Juni 2017.

73 Gedanken zu „* KOMMENTARE *

  1. • Die Bebauung auf dem denkmalgeschützten Bergmannfriedhof soll unter unendlicher Verbiegung von §246 Baugesetzbuch „Sonderregelungen für Flüchtlingsunterkünfte“ geschehen.
    • Wegen §246 Abs. 9 muss die Zulassung bis zum 31.12.2019 erteilt sein, deshalb die Hektik und das Stillschweigen, obwohl die Kirche einst offene Kommunikation versprochen hatte – das war vorgeschoben, hinter den Kulissen wurde eifrig am Vorhaben „Bebauung“ weiter gefeilt.
    • Nach §246 Abs. 12 ist nur eine mobile Bebauung für längstens 3 Jahre erlaubt, also erst recht keine Bebauung nach Erbrecht – und wenn überhaupt „nur“ auf Friedhöfen ohne Denkmalschutz.
    • Die geplante Unterkunft knüpft an keine bestehende Bebauung an, was als „Außenbereich“ bezeichnet wird. Nach §35 Baurecht liegt der „Bauplatz“ auf dem Friedhof Bergmannstraße im Außenbereich.
    • In einem Außenbereich darf nach §35 Baurecht nicht gebaut werden. Die im Gesetz vorgesehen 8 Ausnahmen stehen in keinerlei Beziehung zum geplanten Vorhaben.
    • Im Außenbereich ist ein Vorhaben nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen und es sich z. B. um Gartenbau, Wasserwirtschaft, Kernkraftanlagen handelt.
    • Dazu gibt es noch außergewöhnliche Ausnahmen (die öffentliche Belange nicht beeinträchtigt dürfen), in denen jedoch ebenfalls nichts zu finden ist, was eine Bebauung rechtfertigen könnte.
    • Nach §35 Abs. 3 dürfen die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Bodenschutzes, des Denkmalschutzes oder die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert nicht beeinträchtigt oder das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet werden. Das soll aber tunlichst unter den Tisch gekehrt werden.
    • Es wird versucht, aus dem Außenbereich irgendwie mit aller politischen Macht einen Innenbereich zu konstruieren, um so die Bestimmungen umgehen zu können.
    • Nach §35 Abs. 5 Baurecht muss sichergestellt sein, dass das Gebäude nur in seiner vorgesehenen Art bestehen bleiben darf. Das heißt, dass aus der Flüchtlingsunterkunft kein Studentenheim werden darf und erst recht keine Luxuswohnungen werden dürfen.

  2. https://www.berlin.de/sen/kulteu/denkmal/organisation-des-denkmalschutzes/landesdenkmalrat/positionen-und-empfehlungen/
    TOP 4. Empfehlung des Landesdenkmalrats gegen Bebauung des Friedrichs-Werderschen Kirchhofs an der
    Jüterboger Straße
    Bei dem zur Diskussion stehenden Neubauprojekt „Wohnen für Geflüchtete“ des Evangelischen Friedhofsverbandes handelt es sich um ein fünfgeschossiges Gebäude mit Unterkellerung und einer Länge von ca. 55 Metern, das ca. 38 WE für 165 Personen aufnehmen soll. Es ist am südlichen Ende des Friedhofes entlang der Jüterboger Straße vorgesehen und soll sich mit zwei kurzen Seitenflügeln 17 Meter in die Tiefe des Friedhofes erstrecken. Die zugehörigen Freiflächen reichen bis zu 45
    Meter in den Friedhof hinein. Ein B-Plan liegt nicht vor, der FNP sieht Friedhofsfläche vor, der FEP (Friedhofsentwicklungsplan) die Umnutzung zur Grünfläche.
    Das Baufeld resultiert nicht aus städtebaulichen Überlegungen. Es überlagert eine der als Alleen ausgebildeten Hauptachsen des Friedhofs und ist aus der Ermittlung von Flächen bestimmt, auf denen keine „Pietätsfristen“ im Wege stehen. Der Denkmalwert des Friedrichs-Werderschen Friedhofs und der angrenzenden Friedhöfe ist unstrittig. Ein Baukörper des geplanten Ausmaßes und der vorgesehenen Positionierung wird die Lesbarkeit und Substanz des Gartendenkmals beeinträchtigen.
    Der Landesdenkmalrat macht darauf aufmerksam, dass der geplante Neubau an dieser Stelle städtebaulich nicht hinreichend durchdacht ist und auf die Struktur des Friedhofs keine Rücksicht nimmt. Da es sich nicht um eine temporäre Maßnahme handelt, sondern letztendlich um eine generelle Umwidmung in Wohnbauflächen, sind keine Ausnahmetatbestände erkennbar.
    Der LDR anerkennt grundsätzlich das Engagement des Friedhofsverbandes, bei der Schaffung von Wohnraum für Geflüchtete mitzuwirken. Er räumt auch ein, dass die Bebauung nicht mehr benötigter, auch denkmalgeschützter Friedhofsflächen in Einzelfällen berechtigt sein kann. Er regt in diesem konkreten Fall jedoch an, für den geplanten Neubau einen alternativen Standort zu finden.

  3. Die Friedhöfe an der Bergmannstraße sind sozusagen die Kronjuwelen von Berlin, „national bedeutendes Kulturerbe“, wie die Kirche selber stolz schreibt. Die Friedhöfe an der Bergmannstraße sind denkmalgeschützt, d. h. § 246 BauGB greift hier gar nicht, weil dieser besagt, dass auf „normalen“, also nicht denkmalgeschützten Friedhöfen, temporär für Geflüchtete gebaut werden darf, die modularen Bauten müssen nach kurzer Zeit wieder weg, so wie gerade die Flüchtlingsunterkünfte auf dem Tempelhofer Feld, deren Errichtung 17 Mill. Euro gekostet haben, abgebaut werden. Diese Bauten liegen zufällig „um die Ecke“ und könnten temporär verlängert werden. Aber nein, die ev. Kirche Stadtmitte hat 12 Potentialflächen angeboten, 3 kamen in die Wahl, bis heute sind alle nicht genehmigt worden. Nun muss es ums Verrecken der Friedhof an der Bergmannstaße werden. Der Denkmalschutz besteht weiterhin, auch wenn der Wirtschaftshof, der natürlich auch denkmalgschützt ist, absichtlich als Müllabladeplatz „hergerichtet“ worden ist, es wurden sogar Paletten extra angefahren, um sie hier abzukippen, um eine Legitimation zu liefern, dass das doch nur „ein Komposthaufen“ sei. (Geschäftsführer Gahlbeck).

    Der Bauantrag wurde von Florian Schmidt unterschrieben.

    Ganz einfach so, keine städtebauliche Planung, bestehender Denkmalschutz, Naturschutz entfällt, es entfällt einfach alles, damit die Ev. Kirche selbstfinanziert auf eigenem Friedhof ein unterkellertes 5-stöckiges Stahlbeton-Gebäude mit ca. 57 m Länge, 9 – 17 m Tiefe, 16 m Höhe auf 3,5 ha Verfügungsraum bauen kann. Die Außenwände sollen Holzverschalung bekommen, um Hüttencharakter zu simulieren. Es sollen 35 Wohnungen unterschiedlicher Größe für 141 Personen entstehen. Nach der kurzen Übergangszeit durch Belegung mit Geflüchteten kann so ein Gebäude rasch in ein Studentenwohnheim umgewandelt werden – Generierung von lukrativem Bauland inbegriffen.
    Bei Klaus Wowereit und Andre Schmitz wäre das nicht passiert.

    1. Am 29.1.20 gibt es bezüglich des genehmigten Bauantrages von der CDU einen Tagesordnungspunkt. Diese Partei war die Einzige, die gegen eine Bebauung ist. Sie können gern ab 18.30 Uhr zur BVV in Kreuzberg in die Yorckstrasse 4 kommen.

  4. Unsere Städte werden immer dichter. Grünflächen verschwinden, die Böden werden versiegelt. Die Innenstädte heizen sich in den Sommern immer mehr auf. Die Lebensqualität in der Stadt sinkt.
    Es ist ein Skandal, in Zeiten des Klimawandels und des anstehenden Klimanotstandes, Grünflächen und Schutzgebiete zu vernichten.
    Oder spielt der Klimawandel und die dadurch hervorgerufenen Fluchtursachen keine Rolle mehr, wenn es um lukrative Geschäfte geht.
    Es ist ein Augenöffner, das die Partei (Grüne), die vorgibt Natur und Umwelt schützen zu wollen, als erste dabei ist die Kettensäge an den Baumstamm zu setzen.

    Wie kann ich mich einbringen? Was kann ich tun, damit die Friedhöfe an der Bergmannstraße als ganzes erhalten bleiben?

    Viele Grüße, Sven Roewer

  5. Heute war ich auf dem Luisenstädtischen Friedhof an der Bergmannstraße spazieren. Ich war beeindruckt, wie engagiert auf diesem Friedhof die Naturschutzarbeit und die naturkundlichen Erkenntnisse sind und wie gut das alles auf Schautafeln dokumentiert ist. Ich frage mich: Wer macht diese wichtige und der Natur zugewandte Arbeit auf dem Friedhof? Es wurde darauf hingewiesen, dass nur zweimal im jahr aus Naturschutzgründen gemäht würde und viele viele Ecken, Bäume und Hecken geben den Vögeln und anderen Tieren einen Lebensraum. Für mich ist das eine naturkundliche Oase und ich möchte öfter an diesem schönen Ort sein. Wer macht diese wichtige Arbeit? Das frage ich mich. Kann man mithelfen? Falls ja, bitte ich um Kontakt.
    Ich wohne am Südstern.
    Herzliche Grüße Christa Brenner-Nees

  6. 1) Der Aufruf zu Spenden: der Aufrufer spricht darin einmal von ICH und eine weiteres Mal von WIR. Wer bitte ist wir? und handelt es sich bei dem Konto um ein WIR- Konto?
    2) Das Bild vom 25.5.19: woher nimmt der Betreiber dieser Webseite die Assoziation einer Elefantenherde? und worin begründet er die Bezeichnung ‚zweibeinige Dickhäuter‘?
    Vielen Dank für die Beantwortung, I.G.

  7. Ich bin jetzt erstmal sprachlos. „Heimlich still und leise“ will die Kirche gegen den Willen der Bevölkerung eine Teilbebauung durchziehen. Nie im Leben dachte ich darüber nach, aus der ev. Kirche auszutreten, aber jetzt überlege ich es mir. Wer für Geld seine Seele verkauft, handelt nicht im Sinne Jesus. Der ist auch nicht mutig in schwereren Zeiten und vertraut dabei nicht auf Gott. Wozu ist die Kirche da, wenn nicht mal sie es schafft und keinen Weg mit der allmächtigen Kraft, die es wirklich gibt, geht? Es ist alles eine Herausforderung. Man kann daran wachsen oder untergehen. Gott hilft dem, der kämpft und vertraut.

  8. Oh je, ich könnte heulen. Ich war am Wochenende mal wieder auf den Friedhöfen in der Bergmannstraße. Was passiert denn da auf dem Alten Luisenstädtischen Friedhof??? Der ist ja nicht wiederzuerkennen. Breite Schneisen wurden hineingehauen, wohl zukünftige Wege. Wozu? Der Wildwuchs ist kahlen Flächen gewichen. Was soll das? Der ehemals wunderschöne Platz mit den Bienenstöcken ist komplett zerstört. Kein Grün mehr, nur noch grauer Schotter. Mir gruselt vor dem, was im Zuge der „Parkgestaltung“ da noch kommen wird. Dieser Ort war unvergleichlich und jetzt wird er kaputtgemacht. Ich bin zutiefst traurig!

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